13.07.2021
IN BERGEN (NO) WIRD EINE NEUE VERBINDUNG ZWEIER STADTTEILE GESCHAFFEN

​Der Løvstakktunnel soll dereinst den Stadteil Fyllingsdalen mit Kristianborg im Stadteil Årstad verbinden. Dafür werden zwei parallele Tunnelröhren rund 3 km quer durch den Hügel gegraben: Der zweigleisige Strassenbahntunnel für Bybanen und ein Sicherheitsstollen, der gleichzeitig als Fussgänger- und Radfahrertunnel dienen wird – der zukünftig längste dieser Art in Europa. 
Zusätzlich werden auf der westlichen Seite in Fyllingsdalen zwei 200 m lange Kavernen ausgehoben. Diese werden als unterirdisches Depot und Wartungsanlage für die Trams der Bybanen genutzt. 

Die beiden Kavernen erhalten einen direkten Verbindungsanschluss an den Bahntunnel. Tunnel und Kavernen werden im konventionellen Sprengvortrieb erstellt, ungefähr 500 000 m3 Ausbruchsmaterial wird total abtransportiert. Die Projektabwicklung erfolgt komplett mittels BIM. Beide Portalbaustellen verfügen über hochmoderne Wasseraufbereitungsanlagen von Alwatec und durch den Einsatz von Elektromaschinen und -fahrzeugen und einer Schlammpresse kann der CO2-Ausstoss minimiert werden.

Im Februar 2019 fanden in Fyllingsdalen die ersten Sprengungen statt. Dort gab es auch umfangreiche Arbeiten am Portal, wie etwa ein rund 70 m langer Tagbautunnel, zahlreiche Stützwandkonstruktionen und Verkehrsumlegungen. Der Installationsplatz mit dem Portal liegt in dicht besiedeltem Gebiet, eines der grössten und beliebtesten Einkaufszentren Bergens befindet sich nur gerade 50 m entfernt. Mitte 2019 stiess das Team überraschend auf eine wasserführende Zone. Vereinzelt schossen bis zu 1000 Liter pro Minute aus den Bohrlöchern. Die dadurch notwendigen zusätzlichen Vorinjektionen erschwerten den Betrieb entsprechend. Um die Verzögerungen zu minimieren wurde entschieden, mit dem Gegenvortrieb von der östlichen Seite in Kristiansborg zu starten. Auch dieses Portal liegt mitten in einem Wohn- und Geschäftsgebiet und teilweise sogar unter der Autobahn E39. Aufgrund der schwierigen Geologie wurde dort der Vortrieb mittels Rohrschirmverfahren gestartet.

Die Felsbedingungen bleiben eine grosse Herausforderung für die Teams. Auf beiden Seiten wird weiterhin mit Wasserzutritten gekämpft, ein Ende der wasserführenden Schichten scheint derzeit zwar in Sicht, die Situation ist aber nicht vorhersehbar und kann sich schnell ändern. Mit systematischen Vorausinjektionen wird das Wasser bereits vor dem Vortrieb verdrängt, zu weiteren Abdichtung werden, wo notwendig, Nachinjektionen gemacht.

Auch die weltweite Corona-Pandemie forderte eine angepasste Planung, die Vorschriften änderten sich mehrfach und der Einsatz von Arbeitskräften aus dem Ausland musste für einige Zeit unterbrochen werden. Durch proaktives Testen der Teams unter Begleitung eines Betriebsarztes konnten die Infektionsrisiken und die Beeinträchtigungen auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert werden.

Aktuell sind die Tunnel zu rund zwei Dritteln fertig gebaut, der Vortrieb von beiden Seiten schreitet kontinuierlich voran. Am Verbindungstunnel zwischen den Kavernen und dem Bahntunnel arbeitet Renesco bereits seit November 2020 mit Abdichtungsarbeiten am Innenausbau. Im Frühjahr 2022 sollen die Arbeiten der verschiedenen beteiligten Unternehmungen der Marti Gruppe abgeschlossen sein. 

 
Marti Gruppe
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