Sichtbetonfassade an der SwissLife Arena
11.02.2020
Vorhang auf für den ZSC

Die Architekten rennen uns den Werkhof ein", sagt Marcel Lappert, Bauführer bei Marti Zürich. Der Grund: Nach Berichten in der Lokalpresse wollen sie die Sichtbetonfassade sehen, die Marti bei der neuen Swiss Life Arena seit letztem Sommer hochzieht.

Es ist ein Vorhang aus Beton, er wird bis zu 32 Meter hoch. Total werden es  14'000 Quadratmeter sein. Farbe Weiss. Das wird der neue Rahmen für die 12'000 Fans fassende Eishockey Arena der ZSC Lions.

​Marti Zürich hat die besten Schaler im Einsatz. Es sind absolute Profis. Aber auch diese Profis betreten hier Neuland. „Normalerweise arbeiten sie mit Holz“, sagt Bauführer Marcel Lappert, „die Matrize besteht aus Kunststoff. Das ist ein neues Material“. Das Team von Polier Giuseppe Petrolo habe sich also überlegt, wie der Kunststoff bearbeitet werden kann, der für die Struktur der Fassade sorgt. „Sie haben neues Werkzeug konstruiert und sind nach Feierabend in den Baumarkt, um Material einzukaufen.“ Denn ihr Ziel sei, die perfekte Sichtbetonfassade herzustellen.

Rost, Temperatur und Regen

Die Matrizen für die Fassade reagieren stark auf Temperaturschwankungen. Bei den Tests waren es zwei Zentimeter Ausdehnung, bei einer Temperaturänderung von etwa 20 Grad. Es galt also erfinderisch zu sein. „Wir haben kleine Passmatrizen anfertigen lassen, so können wir die Schwankungen ausgleichen“, erklärt Marcel Lappert.

Auf der Baustelle in Zürich Altstetten haben sie immer auch einen Blick aufs Wetter. Regen mögen sie nämlich gar nicht. Regenwasser wäscht den Rost von der Armierung, was wiederum braune Streifen im Beton hinterlasse.

​Die Schalung ist ein grosses Puzzle, die Teile sind nummeriert. Beim Handling ist absolute Sauberkeit zwingend. „Wenn man die Matrize mit einem rostigen Handschuh anfasst, ist der braune Handabdruck später im weissen Beton zu sehen“, sagt Marcel Lappert. Ist die Schalung auf die volle Höhe von knapp zehn Metern montiert, wird der Fassadenabschnitt in einem Zug betoniert. Dann gilt es noch den richtigen Moment zum Ausschalen zu erwischen, „Die Matrize saugt sich auf dem Beton fest, je länger wir warten, desto schwieriger wird es“, erklärt der Bauführer.

Angepasstes Bauprogramm

Sichtbeton braucht Zeit, sagt Polier Giuseppe Petrolo. „Unter Zeitdruck ist es unmöglich schönen Sichtbeton herzustellen“. Die ZSC Baustelle ist aber ein Projekt unter hohem Zeitdruck. Der Rohbau muss Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. „Wir haben den Bauablauf und das Bauprogramm angepasst“, erläutert Marcel Lappert, „die Fassade und der Hauptbau sind voneinander entkoppelt.“ So gelingt es, die Sichtbetonfassade ohne nennenswerten Termindruck zu bauen.

Das Gebäude für die neue Spielstätte des ZSC misst 170 auf 110 Meter und wird bis zu 33 Meter hoch. Im Süden liegen die Geleise der SBB, im Norden die Autobahn. Damit die Logistik klappt, stehen zwei Betonanlagen, vier Pumpverteiler und sechs Kräne auf der Baustelle.

Bauzeit weniger als zwei Jahre

Das Projekt Swiss Life Arena startete im März 2019 mit dem Tiefbau. Die Arbeiten am Rohbau dauern bis Ende 2020, danach beginnt der Innenausbau. Die Eröffnung ist für den August 2022 vorgesehen.

Totalunternehmerin ist die HRS AG, für die Architektur sind Caruso St. John Architects aus London verantwortlich. Marti Zürich und die Barizzi AG führen die Baumeisterarbeiten in einer ARGE aus.

Mehr Infos
Bericht Baustellenprofi

 
Marti Gruppe
Seedorffeldstrasse 21
3302 Moosseedorf
+41 31 388 75 75

IT-Support