24.10.2019
Villa Rosau: gebündelte Kompetenzen

Der Grundwasserspiegel liegt je nach Wasserstand des Zürichsees nur etwa 1.5 Meter unter dem Terrain. Ein dichter Baugrubenabschluss ist also nötig. Diese Aufgabe übernimmt für den Neubau des Geschäftshauses eine fast 300 Meter lange Schlitzwand, die bis zu 26 Meter tief in den Boden ragt und in festem Grund eingebunden ist. Auf der Ostseite des Geländes liegt der Schanzengraben, wo die Ufermauer erneuert und der Fussgängersteg saniert werden.

G+T Solothurn baut eine Spundwand mit bis zu 22 Meter langen Profilen, sie bildet den Baugrubenabschluss und dichtet den Abschnitt gegen den Fluss hin ab. Nach dem Abbruch der alten Ufermauer bilden über 90 Mikropfähle das Fundament, die im Schnitt fast 30 Meter tief in den Grund hinab reichen. Darauf ruht die neue Stahlbetonmauer. Sie ist mit einer sogenannten Vorsatzschale aus Sandstein verkleidet, der Stein stammt vom oberen Zürichsee.

​Die Baugrube, Pfähle und die Ufermauer

Der Baugrund besteht aus Seekreide und Auffüllungen. Die L-förmige Baugrube für den neuen Bürobau ist bis zu 10 Meter tief. Die Schlitzwand wird von drei Lagen vorgespannten Marti Systemspriessen abgestützt. Video Das Team von Marti Zürich hat 40'000 Kubikmeter Erdreich ausgehoben.

Das Fundament des Neubaus ruht auf insgesamt 152 Grossbohrpfählen mit Durchmessern von 900 mm und 1200 mm.

Gleich zu Beginn der Arbeiten installiert Marti Zürich eine Betonanlage. Sie produziert den Beton in den Sorten, die für die Schlitzwände und Pfähle sowie den gesamten Rohbau nötig sind.


Unter dem fünfstöckigen Bau mit einem Attikageschoss befindet sich die neue, zweigeschossige Tiefgarage. Sie dient nicht nur dem Neubau, sondern auch der Villa Rosau und den Hotelgästen des Hotels Baur au Lac. Die Villa Rosau und der Neubau sind über die Untergeschosse verbunden.

Oberflächen In Sichtbeton

Die fünf Treppenhäuser mit den Treppenläufen und Zwischenböden des Geschäftshauses sind aus Sichtbeton gebaut. Die Architekten verlangten eine schalungsglatte Oberfläche, die weitestgehend ungestört sein soll. Dies musste von den Bauführern bei der Planung der Schalung berücksichtigt werden.

Das Betonkorn an den Oberflächen der Treppenläufe und Zwischenböden soll sichtbar sein, dort haben Spezialisten die Oberflächen abgeschliffen.

Die 1844 vom Zürcher Architekten Ferdinand Stadler erbaute Villa Rosau steht auf einer kleinen Landzunge, die ursprünglich in den Zürichsee ragte. Wie damals üblich, trugen Eichenholzpfähle den Bau. Sie verfaulten wegen des schwankenden Grundwasserspiegels, der die Pfähle mehrmals trockenlegte. Jetzt tragen 150 neue Mikropfähle das Baudenkmal, das ausgehöhlt worden ist.

Korsett fürs Haus im Haus

Die Fassade bleibt erhalten. Wie ein Korsett, stützt eine Stahlkonstruktion das historische Mauerwerk vorübergehend. Das Team von Marti Zürich baut in mehreren Unterfangungsetappen eine neue Bodenplatte aus Beton und erstellt darüber ein vierstöckiges „Haus im Haus“, welches später auch die schützenswerte Fassade trägt. Die ursprüngliche Raumstruktur bleibt jedoch erhalten.

Projektwebsite

Villa Rosau

 
Marti Gruppe
Seedorffeldstrasse 21
3302 Moosseedorf
+41 31 388 75 75

IT-Support