Tunnelaufweitungsportal von Marti Technik
15.11.2019
Spektrum der Tunnelsanierung erweitert

​Die Passagierzahlen und Tonnagen, die auf der Schiene transportiert werden steigen stetig. Die Belastung des Systems Schiene nimmt laufend zu. Gleichzeitig kommen viele Abschnitte in die Jahre, Sanierungen werden nötig. Besonders schwierig ist dies in Tunnels mit Oberleitungen. Lange Totalsperrungen sind teuer und ineffizient. Die Frage lautet: Wie kann ein Tunnel mit Oberleitung unter Verkehr saniert und Sperrungen auf ein Minimum reduziert werden?

Die Antwort lieferte die ARGE Tunnel Petersberg, eine Arbeitsgemeinschaft von Marti Tunnel, Marti Luzern und Marti Deutschland.

Einen Tunnel sanieren und vergrößern – das planen Ingenieure immer wieder. „Doch mit dem Petersbergtunnel auf der Moselstrecke von Koblenz nach Trier setzen sie Massstäbe“, schreibt Prof. Dr.-Ing. Dietmar Mähner vom Institut für unterirdisches Bauen der Fachhochschule Münster über das Projekt der ARGE Tunnel Petersberg.

Sicherheit als Innovationstreiber

Schon in der Angebotsphase entwickelten die Marti Ingenieure verschiedene Konzepte, um Technik, Innovation und Sicherheit zu vereinen. Für den Petersbergtunnel entwickelten sie ein Tunnelaufweitungssystem, welches Schutz gegen die Gefahren aus den Ausbruchs- und Sicherungsarbeiten bietet. Weil die in der Ausschreibung vorgesehenen Massnahmen zur Trennung des Bau- und Bahnbetriebs von der Marti Gruppe als nicht ausreichend befunden wurden, entwickelten sie eine zusätzliche, durchgehende Schutzeinhausung mit integrierter Oberleitung. Auch dies ein Novum.

​Entscheidendes Element des Projekts ist das aus drei Wagen bestehende Tunnelerweiterungsportal, das von Marti Technik entwickelt worden ist. Dort sind sämtliche Geräte vereint, die für die Aufweitung und Sicherung des Gewölbes nötig sind. Seitlich sind Bohrgeräte und Spritzroboter montiert, oben an der Firste übernimmt ein Bohrhammer den Ausbruch.

Gewölbeschutz bringt Effizienz

Eine Besonderheit ist der erste Wagen. Ein hydraulischer Gewölbeschutz, der das bestehende Gewölbe während den Sprengungen und beim Ausbruch abstützt. Das macht aufwändige Sicherungen mit zusätzlichen Ankern überflüssig, was den Aufwand senkt. Das gesamte Erweiterungsportal mit den Geräten widersteht dem Druck der Sprengungen und dem Gebirgsdruck.

Nach Abschluss des Projekts bilanziert Prof. Mährer: „Mit diesem Projekt wurde das Spektrum der Tunnelerneuerung erheblich erweitert.“

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