Tunnelbau bei minimaler Überdeckung in urbanem Umfeld
11.12.2019
Mehr Bahn für le Grand Genève

​Die neue Bahnlinie Cornavin, Eaux-Vives- Annemasse (CEVA) ist 16 Kilometer lang und verbindet die Bahnnetze der SNCF und der SBB. Fünf neue Bahnhöfe - entworfen von Stararchitekt Jean Nouvel, sollen die Bewohnerinnen und Bewohner der Region Le Grand Genève vom Verkehr entlasten. Gerade mal 1630 Meter misst das Hauptlos. Der Tunnel de Champel und die neue Bahnstation Champel-Hôpital waren die schwierigsten Teile des Projekts. Animation

​Schwierige Geologie

Der Tunnel de Champel führt vom Ufer der Arve unter stark bebautem städtischem Gebiet hindurch. Im Quartier Plateau de Champel leben rund 30'000 Personen in knapp 18'000 Wohnungen hinzu kommen rund 20'000 Arbeitsstellen. Die Herausforderung war, dass der Tunnel durch Gletscherablagerungen führt, die sogenannte Überdeckung beträgt wenige Meter. In diesem instabilen Gestein muss mit Setzungen und im schlimmsten Fall sogar Tagbrüchen gerechnet werden.

Um diese Probleme zu meistern, bauten die Tunnelbauer von Marti die Röhre im Schutz eines Rohrschirms, wobei das Gestein zuerst stabilisiert und dann durchfahren wird. Mehr zum Bauablauf lesen Sie hier.

​Modulares Kieswerk mit Betonanlage

Um die Transportwege möglichst kurz zu halten hat Marti Technik eigens für den Installationsplatz Fontenette ein kompaktes modulares Kieswerk und eine komplette Betonanlage mit Wasseraufbereitung entwickelt. Die Anlage reinigte und rezyklierte während dem Bau rund 160'000 Kubikmeter Ausbruchmaterial aus dem Tunnel und produzierte den Beton für den Tunnel. So wurden unzählige Beton- und Kiestransporte durch die Quartiere vermieden.

Und eine neue Brücke über die Arve

Gleich nebenan wurde die neue Stahlbrücke über die Arve mit einer Spannweiter von 84 Metern und einem Gewicht von 2500 Tonnen (Video französisch) gebaut und dann von Marti Construction über den Fluss geschoben.

​Haltestelle mitten im Quartier

Ein zentrales Element der Bahnlinie ist der neue Bahnhof Genève-Champel. Eine von fünf neuen Haltestellen die vom renommierten Architekten Jean Nouvel entworfen wurden. Unter der Leitung von Marti Construction baute die ARGE GTC die 220 Meter lange Haltestelle im Tagbau. Total haben die Teams 90'000 Kubikmeter Material ausgehoben. Die 20 Meter tiefe Baugrube mitten im Quartier wurde mit 25 Meter tiefen Schlitzwänden gesichert. Für den Bau der Haltestelle waren 20'000 Kubikmeter Stahlbeton und 1000 Tonnen Bewehrung nötig. Auch dieser Beton wurde von der mobilen Betonanlage geliefert. Die Spezialtiefbauer erstellen 650 Laufmeter Mikropfähle, 4 Lagen Longarinen stützten die Baugrube ab.

Mehr zur CEVA und zum Léman Express :

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