12.03.2021
Spezialtiefbau auf engstem Raum in Vevey

Dichtgedrängt stehen drei Maschinen und zwei Mulden auf der kleinen Parzelle direkt am See. Hier werden aktuell Schlitzwandarbeiten für das Fundament eines Neubaus ausgeführt. Im Moment gräbt die Schlitzwandmaschine – ursprünglich eine Pfahlbohrmaschine, welche für die Arbeiten hier umgerüstet wurde – in rund 8 Metern Tiefe und bringt kontinuierlich sandigen Kiesboden aus. Nur noch wenige Zentimeter trennen den 3.6 Meter breiten Greifer tief im Boden von der lehmigen Schicht. ​Lehm bedeutet, dass weniger Bentonit benötigt wird. Bei kiesigem und sandigem Untergrund ist die Quantität vom Bentonit immens wichtig, damit sich das Aushubmaterial zu einer Art Kuchen verdichtet und das Terrain stabil bleibt. 

Ein Teleskop-Kran hält eine Schutzwand zum Nachbarsgebäude, um dieses vor anfallendem Schmutz zu schützen und ein Hydraulikbagger schaufelt fleissig Aushubmaterial von einer kleinen Absetzmulde in eine grössere Entsorgungsmulde.

Nur wenige Meter entfernt stehen, ebenfalls auf engstem Raum zusammengepfercht, die Container für die Mannschaft, sowie eine neue mobile Anlage von Soilmec. Sie besteht aus zwei Komponenten, einer Turbomixer-Mischanlage für Bentonit (SBT-30.34) und einer Wiederaufbereitungsanlage (SMT-180). Mit letzterer wird bereits eingesetztes Bentonit, welches auf der Baustelle aufgefangen werden konnte, entsandet und recycliert. Dieses wiederaufbereitete Bentonit wird danach direkt wieder verwendet. Die Anlage zeichnet sich durch Effizient, kleinstem Platzbedarf und Mobilität aus. Einmal demontiert, können die Elemente in den Auffangcontainern verstaut werden, damit werden für den Transport gerade mal zwei LKW benötigt.

​Diese Anlage ist eine weitere Bereicherung des hochwertigen Equipments der noch jungen Spezialtiefbau-Abteilung von Marti Construction SA. Aufgebaut im heutigen Umfang wurde diese erst im Jahr 2020, mit dem Zuzug einer bereits sehr erfahrenen Belegschaft, welche vorher für die Marti AG Bern tätig war. Mittlerweile zählt das Team bereits rund 30 Mitarbeitende, welche auf einen grösstenteils neuen Maschinenpark zurückgreifen und damit höchste Standards und Anforderungen erfüllen können.  

Auch Pierre Sciboz, stellvertretender Leiter Spezialtiefbau und Projektleiter der Baustelle in Vevey, ist ein Teil der neuen alten Mannschaft. Die Baustelle hier ist vergleichsweise klein, aber umso herausfordernder. «So eine Schlitzwand wie hier, hat das Team noch nie gemacht.», weiss er zu berichten, «Pro Woche können zwei Wände fertiggestellt werden, das ergibt ein Total von 7.2 m Breite und 13 m Tiefe – auf einer normalen Baustelle wäre das Dreifache möglich.»

Die limitierten Platzverhältnisse und die exponierte Lage erfordern Ordnung und eine tadellose Sauberkeit. Die Zeitplanung muss sehr exakt erfolgen, z.B. werden die Armierungen für die Schlitzwände jeden zweiten Tag um genau elf Uhr angeliefert, damit um zwei Uhr betoniert werden kann. Für den Ablad dieser Armierungen muss die Strasse jedes Mal gesperrt werden. Jeden Abend wird die Schlitzwandmaschine abgebaut und auf einem gemieteten Parkplatz vor der Baustelle abgestellt, um die restlichen Gerätschaften zugänglich zu machen.

Die flanierenden Passanten schenken der Baustelle rege Beachtung. Immer wieder bleiben die Leute stehen, schauen den Arbeitern mit ihren Maschinen fasziniert zu und fragen sie bisweilen auch direkt darüber aus.. Sie ist zwar klein, die Baustelle, aber von grossem Interesse.

 
Marti Gruppe
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