16.03.2022
Die Hälfte ist geschafft



Nach dem Bau der Startgrube und anschliessendem Sprengvortrieb von rund 190 m für die Startröhre (siehe Beitrag vom 31.7.2020), wurde im Herbst 2020 die Tunnelbohrmaschine (TBM) montiert. Nach deren Inbetriebnahme im Dezember 2020 startete der reguläre TBM-Vortrieb im Januar 2021. Mitte Februar 2022 war nun die Hälfte der Strecke geschafft. Aktuell befindet sich die TBM kurz nach Tunnelmeter 3 550.






Der Weg dahin hielt einige unerwartete Herausforderungen auf Lager. Bereits auf den ersten Metern stellte sich der Schrattenkalk deutlich härter aus als ursprünglich vorausgesetzt. Anstatt der erwarteten 90 bis 120 Megapascal (MPa) musste die TBM 270 MPa meistern. Bis zum Tunnelmeter 2 300 war der Fels durchwegs härter als angenommen. Dazu kamen unzählige Bruchzonen, die vor allem den Rollenmeisseln am Bohrkopf stark zusetzten. Ab Tunnelmeter 1 359 bis 2 012 stiessen die Mineure zusätzlich noch auf wasserführende Karstsysteme. Bis zu 350 Liter/Sekunde traten in den Tunnel ein. Bei starkem Regenfall sogar bis über 500 l/s. Das eintretende Bergwasser konnte über Pumpensümpfe in der Sauberwasserleitung abgeführt und beim Portal Alpnach wieder in die Sarneraa geleitet werden.


Auch weiterhin kämpfen die Mineure mit der schwierigen Geologie und Wassereintritten. Nach einer kurzen weicheren Schieferformation bohrt sich sie Tunnelbohrmaschine aktuell wieder durch eine harte Felsformation mit Bruchzonen. Diese Bruchzonen müssen mit verstärkten Netzen, längeren Ankern und zusätzlichen Stahlbogen gesichert werden. Dadurch verzögert sich das Vortriebstempo der TBM zusätzlich. «Vortrieb mit so viel Wasser, das ist unsere grösste Herausforderung», stellt Dominic Stadlin, Baustellenchef der ARGE HWS Marti, fest. Die Tunnelbohrmaschine sei nicht konzipiert für einen Vortrieb im Grundwasser. Umso besser müsse die Maschine laufend gewartet werden, damit keine massiven Schäden entstehen. «Unsere Leute machen hier einen richtig harten Job», erzählt er. Umso mehr schätze er die Zusammenarbeit in dem langjährigen Team: «Jeder kann sich auf jeden verlassen. Alle wollen diesen Tunnel bauen, alle haben das gleiche Ziel. Ein tolles Team!». Ende 2022 rechnen sie mit dem Durchschlag beim Einlaufbauwerk am Sarnersee.
 
Marti Gruppe
Seedorffeldstrasse 21
3302 Moosseedorf
+41 31 388 75 75

IT-Support