Hochwasserentlastungsstollen Sarneraa Baugrube
31.07.2020
Saarneraa: Die TBM kann kommen

​Der Kanton Obwalden kämpft gegen Überschwemmungen. 2005 standen grosse Teile des Sarneraatales unter Wasser. Obwalden investiert deshalb rund 120 Millionen Franken für den Hochwasserschutz an der Saarneraa.

Die Marti Tunnel AG baut einen 6.5 Kilometer langen Entlastungsstollen zwischen Sarnen und dem Wichelsee südlich von Alpnach. Zum Projekt gehört ein 80 Meter hoher Schacht der im Raise Boring Verfahren erstellt wird. Der Hochwasserentlastungsstollen ist ein Totalunternehmerprojekt von Marti Tunnel und Marti Bauunternehmung AG Luzern.

​Das Projekt ist aus geologischer und logistischer Sicht anspruchsvoll. So kam es zu Verzögerungen, weil die Baugrube mit überschnittenen Bohrpfählen statt wie geplant mit Spundwänden abgedichtet werden musste.

Die Startröhre ist bereit

Doch nun geht es voran. Die 180 Meter lange Startröhre für die Tunnelbohrmaschine ist fertig gesprengt und gesichert. Dabei wurde ein bestehender Kraftwerksdruckstollen unterfahren, der 1.39 Meter über dem neuen Gewölbe liegt.

Die Tunnelbohrmaschine war früher beim Projekt Linth-Limmern im Einsatz und wurde im Werkhof Klus von Marti Tunnel umgebaut. Nun wird die 900 Tonnen schwere Gripper-TBM demontiert und in der Baugrube wieder zusammengebaut. Anfang 2021 soll der TBM-Vortrieb beginnen.

Baustellenchef an der Sarneraa ist Dominic Stadlin von Marti Tunnel, er sagt: "Die Baugrube misst 40 mal 20 Meter, der Platz ist sehr eng. Wir müssen die Logistik sehr genau planen und laufend optimieren, damit wir die geplante Leistung erreichen." In den kommenden Monaten wird das Team die Verschubbahn und das erste Gripperwiderlager für die TBM bauen, wo sie sich nach dem Anbohren für den ersten Bohrhub abstützt.

Kleines Team, grosses Ziel

Dominic Stadlin und sein Team erwartet auf dem gut 6.5 Kilometer langen Weg hinauf zum Einlaufbauwerk in Sachseln schwierige Verhältnisse: "Wir rechnen mit geologischen Störzonen. Prognostiziert sind Wassereinbrüche aus Klüften mit bis 500 Liter pro Sekunde." Herausforderungen liegen ihm jedoch. "Ich mag es, in kleinen Teams grosse Ziele zu erreichen". Die Zusammenarbeit in den drei Schichten sei hervorragend. "Wir kennen uns seit sieben Jahren und können uns aufeinander verlassen."

Im Tübbingwerk in der Klus sind derweil die ersten 600 von total 3800 Tübbingen für den Stollen bereit. Hergestellt hat sie der neue Tübbingroboter, den Marti gemeinsam mit Herrenknecht entwickelt hat. Eine Weltneuheit die 2019 an der BAUMA in München vorgestellt wurde.


Mehr Infos:

Bericht Pilatustoday
Projektseite Kanton Obwalden

 
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