16.08.2019
Roche Bau 2: Klettern im Takt

​Die Logistikspur zwischen Bau 2 und der Grenzacherstrasse ist schmal. Das ist eine der grossen Herausforderungen für Bauführer Armin Looser von Marti Basel und Toni Würsch von Marti Zürich. Sämtliches Material muss durch dieses Nadelöhr. Allein für die Bewehrung der massiven Bodenplatte lieferten Lastwagen jeden Tag 120 Tonnen Stahl und das zwei Monate lang. Total werden rund 13000 Tonnen Armierungsstahl verbaut. Auch Kies und Beton für die Betonanlage werden hier angeliefert. Von der massiven Bodenplatte bis hinauf ins Erdgeschoss wurden rund 10‘000 Kubikmeter Beton verbaut.

Gemeinsame Planung verhindert Schwierigkeiten

Die Arbeitsvorbereitung wird jeden Tag anspruchsvoller. Während oben alle neun bis zehn Tage ein Stockwerk entsteht, bauen Arbeiter in den Untergeschossen bereits die Haustechnik ein. Das alles will koordiniert und organisiert sein. Bauführer Armin Looser sagt: „Zurücklehnen geht nicht, die Arbeitsvorbereitung ist entscheidend.“ Dass das Team einen Vorsprung auf das Bauprogramm erarbeitet hat, ist zwei Umständen zu verdanken. Zum einen war das Team schon bei Bau 1 im Einsatz und kennt die Kletterschalung und den Windschild genau. Zum anderen plant das Marti Kader den Bauablauf gemeinsam mit der Bauleitung und den Planern und „erkennt allfällige Schwierigkeiten im Bauablauf frühzeitig und kann so direkten Einfluss auf einen ungestörten Bauablauf nehmen“, sagt Richard Mader, Leiter Hochbau von Marti Zürich.

 

​Innovation beim Windschild

Über Treppen geht es hinauf zum Windschild, wo die Teams von Marti Zürich und Marti Basel die Decken betonieren. Polier Stefan Däppen koordiniert die Arbeiten. Die Erfahrungen aus Bau 1 fliessen hier ein. „Auf unsere Anregung hin, hat der Schalungslieferant meva Details optimiert“, sagt Däppen, „die Führungsschuhe welche die einzelnen Schildelemente halten, lassen sich nun öffnen.“ Neu können sie demontiert und weiter oben wieder montiert werden, bevor die 64 Elemente des Windschilds um ein Stockwerk hochgezogen werden. Mensch und Material sind vor Wind, Wetter und nicht zuletzt Abstürzen gesichert. Unterhalb des Windschilds sorgen Schutznetze dafür, dass nichts herunterfällt.

​Enge in der hydraulischen Schalung

Je weiter hinauf es geht, desto enger wird es. Über Leitern erreicht man die Kletterschalung. Ein Arbeitsplatz in luftiger Höhe. Nebenan ragt Bau 1 in den blauen Himmel. In und auf der Kletterschalung arbeiten die Marti Männer. Am Kran schwebt ein gut fünf Tonnen schwerer Koppelbalken herein und verschwindet in der Schalung. Die massivst armierten Balken verbinden die Kerne, das Rückgrat des Hochhauses. Bei einem Erdbeben absorbieren sie wie ‹Knautschzonen› Energie. Armieren, schalen, betonieren, klettern. In diesem Takt geht es Stockwerk um Stockwerk aufwärts. Der Bau 2 wird mit seinen 205 Metern den Bau 1 um dreissig Meter überragen und damit das neue höchste Gebäude der Schweiz.

Mehr Infos:

Erdbebensicherheit

Kletterschalung

Windschild

 
Marti Gruppe
Seedorffeldstrasse 21
3302 Moosseedorf
+41 31 388 75 75

IT-Support