11.02.2021
In Lausanne werden zwei Museen architektonisch vereint

​Die Star-Architekten Aires Mateus (Lissabon) und das Ingenieurbüro AFA Consult (Porto) haben einen technisch hochanspruchsvollen Bau entworfen, welcher beide Museen unter dem Arbeitstitel «Ein Museum, zwei Museen» vereinen soll. Von aussen wird sich das Gebäude als schlichter heller Betonquader präsentieren, rundherum durchbrochen durch ein Zickzackband aus Glas. Der obere Teil des Gebäudes scheint damit über dem Boden zu schweben.

​Die Teams von Marti Construction SA haben sich der Herausforderung dieses komplexen Projektes gestellt und im Frühling 2019 mit dem Fundament des Gebäudes gestartet.

Um den Bau der beiden Untergeschosse in Angriff nehmen zu können, erfolgten vorab der Aushub der Fundamente und der Rohrleitungsbau in einer Tiefe von rund 15 m. Während das zweite Untergeschoss als Lagerplatz und für technische Installation genutzt werden wird, werden sich im ersten Untergeschoss zukünftig die Ausstellungsräume des Musée e'Elysée befinden. Bei beiden Untergeschossen fällt die beeindruckende Raumhöhe von rund 6 Metern auf. Eine freischwebende Betontreppe verbindet das erste Untergeschoss mit dem Eingangsbereich im Parterre.

Der Bau des Erdgeschosses erforderte äusserts präzise und zeitaufwändige Arbeiten. Die Decke besteht aus facettenartigen Sichtbetonplatten, jede davon in ihrer Form und Neigung einzigartig. Insgesamt 59 dieser rautenförmigen Flächen galt es mittels hochkomplexer Schalungen direkt auf der Baustelle zu erstellen. Die Platten wurden unter permanenter Überwachung durch einen Geometer eingebaut, armiert mit rund 500 kg Armierungen pro m3 Beton, der fast fünffachen Menge des normalen Bedarfes.

Zusätzliche vertikale pyramidenartig anmutende Mauerwerke werden bis im Frühling im Erdgeschoss noch nachfolgen. Über dem Eingangsbereich kommt zum Abschluss das vergleichsweise schlichte Geschoss für die Ausstellungen vom Designmuseum Mudac, überdacht von einem Stahlkonstrukt und Glas.

Eine weitere grosse Herausforderung war der Bau der durchbrochenen Sichtbetonfassade in weiss scheinender Optik. Jede Fassadenseite musste in jeweils einer einzigen Etappe betoniert werden, um die ästhetischen Anforderungen an das Gebäude zu erfüllen. Da der obere Teil der Fassade keinen Berührungspunkt mit dem Boden hat, werden diese Elemente von einem komplexen Traggerüst abgestützt, dieses kann erst nach Fertigstellung der Stahlkonstruktion des Daches entfernt werden.

Der ganze Bau ruht auf drei stützenden Betonkernen mit Mauern in Wandstärken von 80 cm, etwa vierfach so stark wie normale Wände. Diese Betonkerne ziehen sich vom zweiten Untergeschoss durch alle Stockwerke und werden am Schluss die gesamte Konstruktion tragen. Auf zwei Seiten des Kubus schliessen sich die Büroräumlichkeiten der Museen und Arkaden mit Räumlichkeiten für ein Restaurant an.

«Diese Baustelle ist aussergewöhnlich. So ein technisch anspruchsvolles Projekt wird uns nicht oft begegnen. Wir haben gelernt, dass praktisch alles möglich ist, wenn man sich den Herausforderungen stellt und sich entsprechend entwickelt!» Andrea Cappilli, einer der Bauleiter des Projektes, kann seine Begeisterung für das Projekt nicht verbergen. Im Frühling werden die Arbeiten von Marti Construction beendet sein. «Dank dem Know-How unserer Equipen können wir uns mit Stolz über ein qualitativ hervorragendes Ergebnis freuen.», meint Andrea Cappilli abschliessend.

 
Marti Gruppe
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