Stollen mit Abdichtungen des HiLumi im Cern
14.05.2020
HiLumi: Zugang zum Beschleuniger

​Eine Stahltüre trennt seit einigen Wochen das neue Tunnelsystem vom bestehenden Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider LHC. Rund zehn Meter weiter oben stellt ein dreiköpfiges Team von Marti Tunnel den ersten Zugangsschacht zum Beschleunigerring fertig. Die Arbeiter geben dem Sichtbeton den letzten Schliff. Alle tragen Schutzmasken. Das verlangt das Sicherheitsdispositiv, das sämtliche Arbeitsprozesse hier 60 Meter unter Tage regelt.

​Nach dem Corona bedingten Stopp wurden die Arbeiten seit Mitte April schrittweise wieder aufgenommen. Seit Anfang Mai arbeiten die Teams im Dreischichtbetrieb. Eingestellt sind Arbeiten, bei denen die BAG-Auflagen nicht eingehalten werden können. Es gilt für alle: regelmässig Händewaschen, Abstand halten, Desinfektion.

Der Ausbruch ist abgeschlossen

Rückblende: Seit dem Sommer 2018 baut das Marti Team für die Erweiterung des Cern an den Kavernen und Schächten des High Luminositiy Large Hadron Collider. Fertiggestellt ist der 60 Meter tiefe Schacht. Ausgebrochen und gersichert sind die gut 50 Meter lange und 20 Meter hohe Kaverne, der 300 Meter lange Verbindungsstollen sowie vier kleinere Seitenstollen zum Beschleunigerring. "Der Ausbruch ist praktisch abgeschlossen", sagt Paul Freudiger von Marti Tunnel, "der Ausbau geht weiter."

In den Seitenstollen und im langen Hauptstollen haben die Tunnelbauer die ersten Sohltübbinge verlegt, die im Marti-Tübbingwerk bei Balsthal auf einer neuartigen Anlage von einem Roboter hergestellt werden. Die tonnenschweren Betonteile stapeln sich im Zwischenlager auf dem Bauplatz. Der Einbau ist nicht möglich, weil die Abstandsregeln während dem Setzen nicht eingehalten werden können. Wo Tübbinge verlegt worden sind, dichten Spezialisten von Renesco die Stollen ab. In den Seitenstollen können Zweierteams schalen, armieren und betonieren. Dennoch es ist ruhig hier im Untergrund, ungewohnt ruhig.

BAG Plakate und Waschbecken

Die Anlage ist so gross, dass die einzelnen Teams keinen Kontakt zueinander haben. Die Arbeitsorte liegen mindestens hundert Meter auseinander. Den 24 Arbeitenden stehen fünf Waschbecken zur Handreinigung zur Verfügung. BAG-Corona-Plakate am Lift machen auf die Regeln aufmerksam. Weil die Teams international zusammengesetzt sind, sind alle Plakate in den Muttersprachen verfasst. Sie erklären auch richtiges Händewaschen.

​Der HiLumi wird die Leistungsfähigkeit des bestehenden Teilchenbeschleunigers LHC erhöhen. Statt einer Milliarde Protonenkollisionen pro Sekunde sollen es fünf Milliarden Kollisionen sein.

Kooperation der Marti Firmen

An der Arbeitsgemeinschaft, Joint Venture Marti Meyrin, beteiligt sind neben Marti Tunnel, die Marti Deutschland GmbH und die Marti Österreich GmbH. Marti Construction baut fünf oberirdische Gebäude.

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