26.03.2021
Hafensanierung in Montreux

Am sicheren Ufer kümmern sich Mitarbeitende von Marti Construction Lausanne um die Tiefbauarbeiten, sprich der Werkleitungen und der Erneuerung von Zufahrtsstrasse und Bootsrampen. Direkt daneben steht ein Vierzigtonnen-Hydraulikbagger von Marti Arc Jura auf einem schwimmenden Ponton und spitzt die alte Einwasserungsrampe unter der Wasseroberfläche ab. Dies geschieht mit einem Abbruchhammer, welcher speziell für Arbeiten unter Wasser entwickelt wurde. Danach werden die Betonteile mit derselben Maschine für den Abtransport an Land gehievt. 

In der Mitte des Hafenbeckens arbeiten das Wasserbau-Team von Marti Arc Jura und das Bohr-Team von Marti AG Bern auf zwei weiteren Pontons Hand in Hand zusammen, sie setzen die Pfähle für die neuen Stege.

Auf einem der Pontons sind ein Drehbohrgerät und eine kleine Mischanlage für Mörtel installiert. Dieser Ponton wird für die Bohrarbeiten genau ausgerichtet und mit vier Stützen möglichst stabil auf dem Hafenboden verankert. Pro Tag kann ungefähr ein Pfahl installiert werden, das Umsetzen des Pontons zum nächsten Standort ist jeweils sehr zeitaufwändig. 

Auf dem zweiten Ponton befinden sich die Installationen von Marti Arc Jura, die Bohrmäntel, die neuen Pfähle und ein 75 Tonnen-Seilbagger, mit dem das Drehbohrgerät bestückt wird. Der zweite Ponton ist als Zulieferant mobiler unterwegs und wird jeweils nur auf den zwei dem Drehbohrgerät zugerichteten Seiten abgestützt. Alle zwei bis drei Tage wird dieser Ponton mit einem Schubboot zum Kai bewegt, um neues Material zu laden. 38 Pfähle mit einer Länge von 8 bis 25 m werden so installiert.

Das Versetzen der Pfähle ist in diesem Hafen eine besondere Herausforderung. Einerseits sind die Tiefen des Hafenbeckens sehr unterschiedlich. Sind es am Rand rund 1.5 m, geht es in der Mitte des Hafenbodens bis zu fast 20 m Tiefe. Zudem können die Pfähle aufgrund der Geologie des Hafenbodens nicht konventionell in den Boden gerammt werden, sondern müssen über Bohrlöcher gesetzt werden. Mit dem Drehbohrgerät wird in die unter dem Schlick liegende Sandsteinschicht gebohrt, damit eine Bohrhülse gesetzt werden kann. Dort hinein wird danach der Pfahl gesetzt, was sich an den tiefsten Stellen des Hafenbeckens aufgrund der Länge des Pfahles als grosse Herausforderung gestaltet – muss dieser doch mit dem Seilbagger auf eine beträchtliche Höhe angehoben und akribisch genau in die Hülse platziert werden.

Anschliessend wird das ganze Konstrukt mit Mörtel im Sandstein stabilisiert. Erst nachdem die Statik validiert werden konnte, kann die Bohrhülse entfernt werden.

Bevor die eigentlichen Arbeiten im Port Du Basset im Februar 2021 beginnen konnten, musste die schwimmende Infrastruktur auf einem angemieteten Gelände einige Kilometer vom Standort entfernt umfangreich vorbereitet werden. Nachdem die Pontons, Maschinen und Geräte montiert waren, wurden sie über dem Seeweg nach Montreux transportiert. 

Hafensanierungen werden üblicherweise zwischen Oktober und Ostern ausgeführt, wenn die Häfen leer sind. Hier haben sich die Teams mit einer Meisterleistung den geologischen und technischen Herausforderungen gestellt, damit die Arbeiten bis Ende März abgeschlossen werden konnten. Den Bootsbesitzern wird einem schönen Sommer auf dem See nichts im Wege stehen. 

 
Marti Gruppe
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