Sanierung Loetschbergtunnel Feste Fahrbahn Schichtwechsel
24.01.2020
Innovative Logistik am Lötschberg-Scheiteltunnel

Der Lärm auf dem Betonzug ist höllisch. Der frische Beton knirscht und kreischt in den beiden Mischern. Es sind 24 Kubikmeter, sie müssen schnell zur Einbaustelle bei Kilometer 12,8. Sonst bindet der Beton ab, wird hart. An Bord ist die Gruppe von Jose. Schichtwechsel. Nach zwanzig Minuten hält der Zug. Die Mannschaft teilt sich auf.

Drei Mann bleiben hier beim Puffer, wo der Beton auf ein Förderband fliesst, das am Monorail im Gewölbe hängt. Der Rest macht sich auf den Weg. Es sind rund dreihundert Meter bis zu den Kollegen. Alle paar Minuten blinken orange Warnleuchten, ein durchdringender Alarm warnt. Dann donnert ein Autozug vorbei.

Mit dem Monorail zur Linienbaustelle

Die Sanierung der Fahrbahn im Lötschberg Scheiteltunnel muss unter Verkehr durchgeführt werden. Undenkbar, den Autoverlad vollständig zu sperren und die Verbindung zwischen dem Oberwallis und der Alpennordseite zu unterbrechen. Deshalb haben die Ingenieure von Marti Tunnel ein Konzept entwickelt, das nur eine der beiden Spuren blockiert.

Eine Einschienenbahn, ein Monorail das im Gewölbe hängt, verbindet die Linienbaustelle mit den Shuttlezügen, die zwischen dem Installationsplatz beim Nordportal in Kandersteg und dem Bauabschnitt hin und her pendeln.

Jede Woche 300 Meter

Die ganze Baustelle verschiebt sich im Wochentakt von Süd nach Nord, vier Jahre lang. Nur während den Spitzenzeiten, wenn 7 bis 8 Züge pro Stunde fahren, ruhen die Bauarbeiten.

Alle sieben Tage wandert die Linienbaustelle rund 300 Meter weiter. Zuerst muss die alte Fahrbahn raus. Ausbau der alten Gleisabschnitte, Transport zum Shuttle, Abtransport nach Kandersteg. Nun tragen die Männer die alte Schotterfahrbahn bis auf den Fels ab. Zuerst maschinell danach in Handarbeit. Das Förderband bringt den Schotter zum Shuttle, der es nach Kandersteg bringt.

Toleranz ein zehntel Millimeter

Zwei Tage Zeit hat das Team, um die sogenannte Grundtrageplatte der festen Fahrbahn zu betonieren. Dann verlegen die Männer die Montagejoche mit den Schwellen. Die sind an Gleise geschraubt, die auf dem Installationsplatz in Kandersteg vormontiert worden sind. Jetzt justieren Spezialisten die Gleise auf einen Zehntel Millimeter genau. Am siebten Tag werden Schwellen mit Beton vergossen.

Bis Ende letzten Jahres hat das 24 Mann starke Team fast 5 Kilometer der neuen Festen Fahrbahn gebaut und zwei von total acht Weichen umgebaut. Bis Oktober 2022 werden es knapp 29 Kilometer sein unterteilt in Wochentakte von rund 300 Metern.

 
Marti Gruppe
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