02.07.2019
Emmebrücke: Erste Hälfte betoniert

​Um halb sieben rollen die ersten Fahrmischer zur Baustelle zwischen Luterbach und Zuchwil. Reto Studer und Willi Schillig von Marti Solothurn haben zusammen mit Ivan Baumann vom Baustoffpark Walliswil einen Plan gemacht.

Nach dem Abbruch der ersten Brücke über die Emme dauerten die Vorbereitungen mehr als fünf Monate. Jetzt überspannt ein obenliegendes Lehrgerüst die Emme, weil der Fluss bei Hochwasser mitreisst, was ihm in die Quere kommt. Reto Studer, Betriebsleiter Ingenieurtiefbau, sagt, „der Ersatz der Brücke ist ein Schlüsselelement des Projekts Hochwasserschutz Emme. Und heute ist der Tag, an dem alles klappen muss.“

​Schief gehen könne einiges. Eine Panne beim Betonwerk, Stau, Ausfall einer Betonpumpe könnte die Lieferkette unterbrechen. Es wäre der GAU. Doch was vorgekehrt werden kann, ist organisiert. Für jedes wichtige Gerät ist ein Backup vorhanden. Auch im Baustoffpark Walliswil könnte die zweite Betonanlage übernehmen. Hauptschwierigkeit ist nicht die Menge Beton, sondern dass die Betonplatte in einem Stück aushärten muss. Am Nachmittag muss sie fertig betoniert sein.

Geht der Plan auf?

Die Betonlieferungen aus dem Baustoffpark Walliswil sind genauestens getaktet. Erst wenn die Platte betoniert und taloschiert ist, darf die Aushärtung an der Oberfläche beginnen. Ivan Baumann vom Baustoffpark Walliswil ist auf Platz und überwacht die Lieferungen. ​Denn was auf dem Papier geplant ist, muss in der Praxis nicht zwingend klappen. „Zehn Transporte sind für die erste Schicht nötig. Fünf auf der Zuchwiler Seite, fünf in Luterbach“, sagt Baumann, „es kann sein, dass ein Mischer einen anderen überholt, oder dass ein Chauffeur die falsche Seite erwischt.“ Darumkontrolliert er jeden Lieferschein und kann notfalls intervenieren.

Willi Schillig, der Polier von Marti Solothurn, koordiniert die Betonarbeiten. Er ist auf der Brücke unterwegs. Sieht jedes Detail. Sein Team baut nacheinander vier Schichten Beton ein. „Die Brückenplatte ist in der Mitte 1,6 Meter dick, an den Kragplatten sind es 80 Zentimeter“, sagt er.

Aufmerksamkeit beim Finish

​Jede Schicht ist 40 Zentimeter dick und mit anderer Verzögerung eingestellt. Die erste Schicht beginnt nach vier Stunden auszuhärten, die letzte ist nicht verzögert. Etwa 90 Kubikmeter sind für die erste Schicht nötig. Das Team gibt mächtig Gas, Beton fliesst in die Schalung. Immer wieder greift Schillig ein. Verdichtet hier, verteilt Beton dort und kontrolliert, ob die Schalung dicht ist. Besondere Aufmerksamkeit verlangt die letzte Schicht, es geht um den Finish. Wo Unebenheiten sind, gleichen die Männer die Oberfläche aus. Um halb vier Uhr Nachmitags mit leichtem Vorsprung auf die Planung glänzt die noch feuchte Oberfläche in der Sonne. Der Abbindeprozess kann beginnen.

 
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